🏡 Über Heiligenwald
Die Geschichte von Heiligenwald
Vom „heiligen Wald“ zur Bergbaugemeinde
Wenn man im Saarland von „Hollywood“ spricht, ist damit oft nicht die berühmte Filmstadt in Kalifornien gemeint, sondern unser traditionsreiches Heiligenwald – im Dialekt liebevoll „Heljewald“ genannt.
Tatsächlich erinnert der Name an die englische Übersetzung Holy Wood – Heiliger Wald. Heimatforscher gehen davon aus, dass der Ortsname ursprünglich auf einen Wald zurückgeht, der einst kirchlichen Gemeinschaften oder Mönchen gehörte.
⛏️ Die Anfänge des Bergbaus
Die Geschichte Heiligenwalds ist untrennbar mit dem Bergbau verbunden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Kohle zunehmend als Heizmaterial entdeckt – und genau diese Kohlevorkommen lagen reichlich unter dem heutigen Ortsgebiet.
Im Jahr 1754 ließen die Herren von Kerpen im südlichen Teil ihrer Herrschaft eine erste Grube errichten. Der Kohleabbau erfolgte zunächst über einfache Stollen und Schächte im Bereich der heutigen Rußhütter- und Steinseiterstraße.
Die sogenannte „Grube Illingen“ gilt als älteste Grube im späteren Bergwerksbereich Reden und markiert zugleich den Ursprung der ersten Ansiedlung Heiligenwalds.
Kurz darauf entstand nahe der Grube eine sogenannte Rußhütte. Dort wurden aus Fichtenholz und minderwertiger Kohle Rohstoffe für Farben, Lacke und andere Produkte gewonnen. Gleichzeitig entwickelten sich erste kleine Siedlungen wie Sachsenkreuz, Hühnerfeld und Maibrunnenfeld.
🚂 Wachstum durch Reden, Itzenplitz und die Eisenbahn
Mit der Eröffnung der Gruben Reden im Jahr 1847 und Itzenplitz 1856 begann der rasante Aufstieg Heiligenwalds. Aus kleinen Ansiedlungen entstand nach und nach eine wachsende Bergbaugemeinde.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Eisenbahn. Bereits ab 1850 transportierten Kohlenzüge die geförderte Kohle über Neunkirchen und Homburg bis an den Rhein.
Mit dem Ausbau der Bahnstrecken konnten Bergleute täglich zur Arbeit pendeln, anstatt in Schlafhäusern nahe der Gruben zu wohnen.
Der Bergbau brachte Arbeit und Wohlstand, prägte aber auch den Alltag der Menschen über Generationen hinweg.
⚒️ Leben mit dem Bergbau
Heiligenwald lebte und litt mit dem Bergbau. Wirtschaftliche Krisen der Kohleindustrie trafen stets auch die Bewohner des Ortes.
Hinzu kamen schwere Bergschäden: Durch den unterirdischen Abbau entstanden Senkungen und Schäden an Häusern und Straßen.
Nicht selten hörten Bewohner nachts das Arbeiten unter ihren Häusern. Manche Gebäude mussten bereits wenige Jahre nach ihrer Errichtung wieder abgerissen werden.
Auch Unglücke gehörten zur Geschichte des Bergbaus. Die schwerste Katastrophe ereignete sich am 28. Januar 1907 bei einer Schlagwetterexplosion im Fettfeld der Grube Reden.
150 Bergleute verloren dabei ihr Leben – darunter allein 20 Männer aus Heiligenwald.
🏘️ Entwicklung zur modernen Gemeinde
Trotz aller Herausforderungen entwickelte sich Heiligenwald kontinuierlich weiter. Bereits 1875 lebten rund 2.500 Menschen im Ort. Bis 1921 stieg die Einwohnerzahl auf über 5.500 Einwohner.
1964 wurde Heiligenwald schließlich eine selbständige Gemeinde. Doch schon zehn Jahre später entstand im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform die neue Großgemeinde Schiffweiler mit den Ortsteilen Heiligenwald, Landsweiler, Schiffweiler und Stennweiler.
Heute ist Heiligenwald ein Ort mit starker bergbaulicher Tradition, lebendiger Geschichte und enger Verbundenheit zur Region Saarland.
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